Bischof Dröge kritisiert US-Militärschlag in Syrien

Auf des Synode der Evangelischen Kirche
Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz

Wie Sie, liebe Schwestern und Brüder, habe ich heute Morgen die Nachricht von den US-amerikanischen Luftangriffen auf syrische Stellungen gehört, nachdem wir in den vergangenen Tagen mit Entsetzen die Meldungen von einem Giftgaseinsatz mit hohen zivilen Opfern in Syrien verfolgt hatten.


„Was soll nun daraus werden?“ – müssen wir jetzt besorgt fragen. Über Jahre haben die internationalen Verhandlungspartner keine Fortschritte für Syrien erzielt. Nicht einmal Ansätze für eine friedliche Lösung wurden gefunden. Die Welt hat hilflos zu-gesehen, wie Hundertausenden grausames Leid zugefügt wurde und wie Unschuldi-ge umgekommen sind.
Welche Konsequenzen wird nun dieser Militärschlag haben? Er beruht auf keinerlei erkennbarer Strategie. Noch vor kurzem wurde die Lage in Syrien von den USA völlig anders eingeschätzt und die Ziele der US-Regierung völlig anders beschrieben. „Welche Konsequenzen wird der Militärschlag haben?“ Diese Frage können wir nur mit großer Besorgnis stellen. Dass ein solcher Militärschlag in keiner Weise den Kriterien einer evangelischen Friedensethik entspricht, liegt klar auf der Hand: Es ist keine ultima ratio-Entscheidung. Eine ultima ratio-Entscheidung setzt voraus, dass ein Einsatz als genau überlegter Militäreinsatz nach langen, aktiven Friedensver-handlungen, und nur wenn er unabweisbar erscheint, erfolgt. Dazu müsste ein solcher Einsatz ein klares Ziel und eine realistische Strategie für eine friedliche politi-sche Lösung vor Augen haben. All dies können wir im Moment nicht erkennen. Wir können die Frage „Was soll daraus werden?“ nur voller Besorgnis stellen und im Gebet vor Gott tragen.

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