Viola Schubert-Lehnhardt: Buchbesprechnung: Wie geht Frieden?

Im Alibri Verlag erschien soeben in der Publikationsreihe der Humanistischen Akademie Deutschland (HAD) eine Schrift mit dem Titel “Wie geht Frieden? Humanistische Friedensethik und humanitäre Praxis.” Der Herausgeber dieses Bandes, der Philosoph Ralf Schöppner, beginnt sein Vorwort mit dem Hinweis auf eine „Merkwürdigkeit“ des Begriffs Frieden: er sei „nicht gerade schillernd, kaum aufregungsheischend im Mediengeschäft und auch nicht frei von negativen, zuweilen klischeehaften Assoziationen. Und doch (sei) „Frieden“ ein humanistischer Grundbegriff, denn er (sei) wesentliche Voraussetzung für ein gutes menschliches Leben…“ (S. 7). Logischerweise beginnt der Band daher mit Beiträgen zur historischen Entwicklung dieses Begriffs: Antike (Hubert Cancik), Humanisten der Frühen Neuzeit (Frieder Otto Wolf), humanistische Friedensethik heute (Thomas Heinrichs und Ralf Schöppner). In dieser Gedankenlinie wird insbesondere die zunehmende Ablösung des Begriffs von christlichen Bezügen deutlich. Hervorhebenswert ist in diesem Zusammenhang auch die ausführliche Beschäftigung von Stefanie Hartmannsgruber mit der nahezu vergessenen Pazifistin und Schulreformerin Lilli Jannasch.

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Viola Schubert-Lehnardt: Eröffnungsvortrag des Philosophen Nida-Rümelin zum Thema „Humanismus als Leitkultur“

„Ist der Humanismus eine Weltanschauung? Nein!“ teilt Nida-Rümelin den versammelten HumanistInnen unvermittelt mit. Der Referent eröffnet den Humanistenkongress in der Nürnberger Meistersingerhalle am 15. Juni 2017 und erläutert, es gäbe in allen Gesellschaften keine grundlegenden gemeinsamen Lebensformen (bestenfalls auf dem Papier), Gesellschaften seien immer multikulturell und damit von verschiedenen Werten geprägt. Die Politik einer Gesellschaft existiere nie unabhängig von der(den) herrschenden Kultur(en). Dieser Zusammenhang von Politik und Kultur zieht sich wie ein roter Faden durch sein Referat.

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