Pfarrer machen Eingabe gegen Dienstgemeinschaft
Von Sebastian Bähr erschienen im Neuen Deutschland am 4.Juni 2020
Sozialpfarrer und Sozialwissenschaftler haben mit einer Eingabe die Evangelischen Kirche von Westfalen kritisiert. Die Verfasser Wolfgang Belitz, Jürgen Klute, Hans-Udo Schneider und Walter Wendt-Kleinberg vom »Sozialethisches Autorenkollektiv KDA 123« fordern darin, dass der Begriff »Dienstgemeinschaft« in der Kirche und Diakonie aufgegeben wird. Dazu soll er auch in allen einschlägigen Gesetzen, Verlautbarungen und offiziellen Äußerungen entfernt und zukünftig nicht mehr verwendet werden. Die 13-seitige Eingabe mit dem Titel »Verhängnisvolle Dienstgemeinschaft« liegt »nd« vor und wurde auch Kirchenmitgliedern öffentlich gemacht.
Achtung, dieses Lexikon dient der Gehirnwäsche“ – lautet der einleitende Satz dieses Buches– so dann wird jedoch erläutert, dass das Wort „Gehirnwäsche“ nicht im Sinne destruktiver Manipulation verwandt werden soll, sondern in der Bedeutung von „gründlicher Reinigung“, denn schließlich wäre nicht einzusehen, dass man allen anderen Organen jede erdenkliche Pflege angedeihen lasse, nur dem wichtigsten nicht, dem zentralen Nervensystem! (vgl. S. 5) „Wie mit einem Computer-Virenschutzprogramm“ soll das Buch „nach Überresten religiöser Viren in unseren Köpfen“ fahnden und „unerwünschte Einträge aus der mentalen Matrix“ löschen (S. 7). Insofern erhebe dieses Lexika im Unterschied zu anderen auch nicht den Anspruch weltanschaulich neutral zu sein – will jedoch die Fakten unverzerrt präsentieren. Die Beurteilung der Fakten selbst erfolge aus „einer dezidiert freigeistigen, humanistischen Perspektive“ – so die Herausgeber in ihrem Vorwort (S.8). Sie wünschen dann eine vergnügliche Lektüre – dieser Wunsch ging zumindest für die Rezensentin in hohem Maße in Erfüllung.