Viola Schubert-Lehnhardt: Kurzbericht zur Veranstaltung „Frauen in Transformationsgesellschaften 1990 – 2020

am 9./10.7.2021 in Halle

Die Veranstaltung ordnet sich ein in ein gleichnamiges Projekt der Rosa-Luxemburg-Stiftung und wurde in Halle-Saale zusammen mit der Martin-Luther-Universität und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Halle durchgeführt. Das Projekt ist auf der Basis von langjährigen Städte- und Universitätspartnerschaften zwischen Halle und Ufa bzw. Woronesh entstanden. In der Projektskizze heißt es: „Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der kapitalistischen Umgestaltung der Russländischen Föderation sowie dem Anschluss der DDR an die BRD ergaben sich gravierende Veränderungen insbesondere in Ökonomie, Sozialem, Kultur und Politik… Anknüpfend an die Auseinandersetzung mit den vielfältigen Umbrüchen seit 1989/90 soll ein Fokus auf die Situation von Frauen in diesen Umbrüchen gerichtet werden.“

In zwei Beiträgen der online-Konferenz und vor allem in der Diskussion wurde speziell auf Fragen von Religion bzw. Veränderungen im religiösen Bewusstsein eingegangen. Die Studentin T. Mögele (Halle) berichtete über ihre Untersuchung zu „Feminismen in muslimischen communities“ in Ufa. Kern war die Aussage (und das entsprechende Plakat) „Kein Gott – kein Staat – kein Patriachat“. D.h. sie konstatierte einen Bedeutungsverlust der Religion bei gleichzeitigem Festhalten an Bräuchen und Zeremonien. Frau Prof. T. Malachowa (Woronesh) berichtete aus ihren Interviews vor allem mit Personen aus „wohlhabenden Familien“ (wohlhabend zur Zeit und im Maßstab der Sowjetunion), dass sich hier vor allem Frauen in den 90er Jahren wieder vermehrt der Religion zugewandt hätten, um die Umbruchsituation verarbeiten zu können. Dieser Trend habe sich jedoch in den 2000er Jahren und vor allem bei der jüngeren Generation nicht fortgesetzt.

Die Beiträge und die dazugehörige Fotoausstellung „Ohne Frauen ist kein Staat zu machen“ sind über die homepage der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen-Anhalt nachzuhören (wahlweise auf deutsch oder russisch) bzw. zu sehen (https://st.rosalux.de/aktuelle-veranstaltungen/dokumentationen/frauen-in-transformationsgesellschaften-1990-2020). Der Beitrag von A. Wagner/V. Schubert-Lehnhardt zu Lebensläufen ehemaliger ostdeutscher AbsolventInnen sowjetischer ziviler Hochschulen findet sich komplett auch als pdf unter  https://www.rosalux.de/publikation/id/44623 <https://www.rosalux.de/publikation/id/44623>

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.