Jenseits der Wachstumszwänge

Wie kann Wohlstand ökologisch und sozial gerecht geschaffen werden?

Video der Veranstaltung am Freitag 25. Mai 2017

Seit Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 und im Zuge der immer offensichtlicheren ökologischen Krise wird ein Thema wichtiger: Welche Alternativen zu den kapitalistischen Wachstumszwängen gibt es? Gleichwohl scheinen in der Tagespolitik und auch im beginnenden Bundestagswahlkampf drei wirtschaftspolitische Forderungen zu dominieren: «Wachstum, Wachstum, Wachstum!» Daher stellt sich die Frage umso dringender: Wie kann Wohlstand und ein gutes Leben für jede und jeden anders, nämlich ökologisch und sozial gerecht geschaffen werden?

Referenten/in:

  • Sabine Leidig, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Bundestag;
  • Michael Müller, langjähriges Mitglied des Bundestages für die SPD, heute Präsident der Naturfreunde Deutschlands und Herausgeber der Zeitschrift «Movum»;
  • Ulrich Brand, Professor für Internationale Politik an der Universität Wien, Mitherausgeber der «Blätter für deutsche und internationale Politik»

Alle drei waren Mitglieder der Enquete-Kommission «Wohlstand, Wachstum, Lebensqualität» des Deutschen Bundestages (2011-2013)

Moderation: Dr. Dagmar Enkelmann, Vorsitzende des Vorstandes der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Helge Meves: Nun sag‘, wie hältst du‘s mit der Religion? …

… die Religionspolitik und das Verhältnis zum Islam in den Entwürfen zu den Bundestagswahlprogrammen von SPD, Grünen, FDP und LINKEN. In: DISPUT Mai 2017 S. 22/23 Download des Essays als .pdf

Der Teil zur AfD ist bei Gelegenheit eines Rezensionsessays für die Sonderausgabe des DISPUT zum Kirchentag, S. 3 erschienen: Nächstenliebe kennt keine Obergrenzen. Rezension zu AfD, Pegida & Co. Angriff auf die Religion? Freiburg, Herder, 2017.

DIE LINKE: Schluss mit der Bestrafung von Lebensmittelrettern

Pressemitteilung von Karin Binder, 05. April 2017

„Bundesminister Schmidt muss endlich dafür sorgen, dass Lebensmittelretter nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden. Während das Wegwerfen essbarer Lebensmittel durch den Handel aus Profitgründen erlaubt ist, steht das Retten genießbarer Lebensmittel, das sogenannte Containern, unter Strafe. Damit muss Schluss sein“, erklärt Karin Binder, ernährungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, anlässlich der heutigen Auslobung eines Preises für das Engagement gegen Lebensmittelverschwendung durch Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) in Berlin. Binder weiter:

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Buchtipp: Deutschland als multireligiöser Staat

 

Warum sind Kruzifixe in Deutschlands Klassenzimmern verfassungswidrig, das Tragen eines Kopftuches oder einer Nonnentracht als Lehrerin jedoch nicht? Und warum kann man dann das tragen einer Burka in Schulen verbieten, auf der Straße jedoch nicht? Der Staatsrechtler Hans Markus Heimann erläutert an aktuellen Beispielen, wie Religionsfreiheit im Grundgesetz geschützt wird und dieses Verfassungsrecht im Verhältnis zu anderen Verfassungsrechten vom Bundesverfassungsgericht gewichtet wird.

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„Q“ – szenische Lesung nach dem Roman von ‘Luther Blissett’

1517 – 1555: Fast vierzig Jahre ist er, der so oft seinen Namen zu wechseln gezwungen ist, dabei. Keine fromme oder unfromme Ketzerei lässt er aus. Keinen Aufstand gegen die klerikale und fürstliche Macht verpasst er. Als Vertrauter Thomas Müntzers wird dessen Credo – „alles gehört allen“ – auch zu seinem. Die Niederlage im Bauernkrieg (1525) lässt ihn als einen der wenigen Überlebenden zurück. Bei den Wiedertäufern trägt er die Verantwortung zur Verteidigung der Stadt Münster, aus der das neue Jerusalem werden soll. Er feiert mit, bei den ausgelassenen Festen der Siege; er wird Zeuge der Verwandlung revolutionärer Ambitionen in religiösen Wahn, beim Umschlag von Befreiung in Terror; er wandert durch ‘das Europa der gescheiterten Aufstände’, durch verlorene Schlachten und Niederlagen, die Verzweiflung erzeugen und Resignation nahelegen.

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Einladung des Evangelischen Kirchentags an AfD-Funktionärin überdenken!

Unterschriftensammlung zu folgendem Text:

Sehr geehrte Damen und Herren des Präsidiums,

mit Fassungslosigkeit haben wir aus der Presse erfahren, dass mit der Vorsitzenden der Bundesvereinigung „Christen in der AfD“ eine Vertreterin der AfD von Ihnen zu einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Kirchentags eingeladen wurde.

Sie bitten mit Frau Schultner die Funktionärin einer Partei aufs Podium, die sich nicht eindeutig und klar von nationalsozialistischem Gedankengut und antisemitischer Hetze abgrenzt. Sie unterstützt ein gesellschafts-, sozial- und migrationspolitisches Programm, das dem Kern und den Grundüberzeugungen der Evangelischen Theologie und Sozialethik widerspricht.

Wir bitten Sie dringend, diese Entscheidung zu überdenken.


Wer dies unterstützt, soll hier unterschreiben:

https://weact.campact.de/petitions/einladung-des-evangelischen-kirchentags-an-afd-funktionarin-uberdenken

hpd: Gregor Gysi fürchtet eine “gottlose Gesellschaft”

Humanistischer Pressedienst: 1. Feb 2017 von Thomas Hummitzsch

“Ich glaube zwar nicht an den da oben, aber ich fürchte eine gottlose Gesellschaft”, sagte Gregor Gysi am Dienstagabend bei “Markus Lanz”. Er begründete seine Befürchtung damit, dass die Religionsgemeinschaften die einzigen wären, die in der Lage seien, allgemeingültige moralische Werte aufzustellen.

Der langjährige Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion von Die Linke erklärte weiter, dass ihm keine andere Instanz einfiele, die ein solches Wertegerüst aufstellen könnte, als die Kirchen. Der Kapitalismus könne das nicht, der Sozialismus ebenso wenig.

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Dietrich-Bonhoeffer-Verein: Kirchensteuer ersetzen

„Daß staatlich zwangsmäßige Eintreibung der [Kirchen-]Steuern ein Mißstand ist, ist wohl unzweifelhaft“ (DBW 1,287 Anm. 385) schrieb Bonhoeffer  1927 in seiner Dissertation Sanctorum Communio. Durch die Taufe soll ein Mensch Mitglied der Gemeinschaft der Christen und der Kirche werden, aber durch eine Willenserklärung nach erreichen der Religionsmündigkeit erst der Körperschaft des Öffentlichen Rechts beitreten können.

Die Finanzierung der Religionsgemeinschaften soll künftig durch drei Säulen gesichert werden:

  1. Säule: Kollekten und Spenden (freiwillige Gaben)
  2. Säule: Gemeindebeiträge (verpflichtende Beiträge)
  3. Säule: Bürgergutscheine (aus Bürgerhaushalt)

Dieses Modell ermöglicht auch die Finanzierung anders organisierter Religionsgemeinschaften und auch gesellschaftlicher Initiativen. Vor allem die dritte Säule, der Bürgerhaushalt ermöglicht auch die Finanzierung bürgerschaftlichen Engagement.

Ausführlich hierzu:

Das Drei-Säulen-Modell für eine Reform der Kirchenfinanzierung und eine Verbesserung der Gemeinwohlfinanzierung

Hartmut Futterlieb: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“ Eine widerständige Orientierung

Von den 24 Schülerinnen und Schülern meiner letzten Abiturklasse vor zwei Jahren waren fast alle getauft und sind konfirmiert worden. Aber niemand von diesen Schülerinnen und Schülern hatte noch einen Bezug zu seiner Kirchengemeinde. Und als ich den Kurs im elften Jahrgang übernahm, waren ihre Kenntnisse der biblischen Erzählungen gering. Nach fast 1000 Stunden Religionsunterricht war auch kein Interesse dafür da. Christliche Religion war für sie zur Privatsache geworden.

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